Reisebericht 2-tägige Turnerreise 2011

Was für ein Wetter! Bereits am Samstag frühmorgens fanden sich 21 Frauen bereits im kurzen Wander-Tenue auf dem Bahnhof in Berikon-Widen ein. Nach einer beschaulichen Bahnfahrt via Wohlen, Aarau, Olten und Interlaken, durften wir bis Meiringen noch die letzten Antiquitäten der SBB/Zentralbahn geniessen. Einerseits den komplett nicht klimatisierten Wagen, andererseits den unwiderstehlichen „Merängge“-Anpreisenden-Sexiest Man Alive-Kondukteur Mattli. Danach folgte der erste Fussmarsch Richtung Seilbahnstation Meiringen-Hasliberg wo viel Zeit blieb, um sich miteinander auszutauschen und vor allem mit denen einen Schwatz abzuhalten, die man schon lange nicht mehr gesehen hatte. Bei perfekten Wetterbedingungen und zweimaligem Umsteigen erreichten wir um 11.45 Uhr die Planplatten auf 2245 m.

 

Mit spektakulärer Sicht, nahmen wir den Grat-Wanderweg zum Balmeregghorn unter die Füsse.  Nicht nur wir, auch viele Gleitschirmflieger genossen das wunderbare Wetter bei leichtem Wind, was die Temperaturen sehr angenehm machte.  Obwohl das Balmeregghorn nur 10 Meter höher als die Planplatte liegt, kamen beim Schlussaufstieg alle richtig ins Schwitzen. Bei schönster Panorama-Rundsicht (Ritzlihorn, Glogghuis, Melchseefrutt) erlaubten wir uns die erste Pause mit Verköstigung aus dem eigenen Rucksack.

 

Vom Balmeregghorn lief eine Gruppe via Erzegg und Tannensee zum Melchsee ins Restaurant Distelboden. Eine zweite Gruppe lief die direkte Strecke unterhalb des Sesselliftes zum Melchsee. Nachdem sich alle bei Eiscafés, Glaces, Apfelsaft und Wasser erfrischt hatten, hiess es die letzte kurze Etappe bis zum Hotel Posthuis in Melchseefrutt anzutreten. Nach dem Bezug der Zimmer (schnarchfreie Räume waren sehr begehrt…) zog es einige an den Melchsee, um sich abzukühlen. 5 Turnerinnen wagten den Sprung ins kühle Nass und wurden Zeuge einer kleinen Peepshow von einem Wanderpärchen. Auf dem Rückweg ins Hotel wurde noch einmal der unsinnige Bau des unglaublich pompösen und ultra-modernen Hotels Frutt Lodge & Spa sowie des angegliederten Panorama-Liftes diskutiert. Die eher kleinen dafür umso herzigeren einheimischen Chalets passen einfach viel besser in das Gesamtbild der Region. Nach dem Apéro, den wir noch auf der Terrasse geniessen durften, folgte das Abendessen im Saal. Zuerst wurde ein kleiner Salat serviert. Darauf folgte ein „fettfreies“ Schnipo und zum Dessert Glace mit Rahm. Bei einem Glas Wein zogen alle ein hoch erfreutes Resumé des vergangenen Tages. Die Nimmermüden folgten nach einem witzigen Würfelspiel und einer Partie Jass. Müde und zufrieden sanken wir ins Bett.

 

Nach einer mehr oder weniger schlaflosen Nacht, wurde ab 08.00 Uhr gefrühstückt. Nachdem alle gepackt hatten, ging es um 9.30 Uhr los. Der Weg führte unter dem Bonistock zum Tannensee mit Blick auf den Klettergarten und den bereits tüchtigen Kletteren. Beim Tannensee benutzten einige das luxuriöse Bio-Plumpsklo. Von dort aus teilte sich die Gruppe. Die einen liefen via Tannalp, Engstlenalp zum Engstlensee und zum Sessellift und hoch zum Jochpass auf 2200 m. Die anderen nahmen den Weg von der Tannalp Richtung Jochpass, passierten das Schaftal auf 2100 m und waren froh über jede noch so kleine Wolke und etwas Wind. Auf dem Weg Richtung Tannalp kreuzten uns viele andere Wanderer. Einige waren jedoch nur dürftig ausgerüstet, mit Hallenturnschuhen oder gar Trekking-Sandalen, sowie ohne Rucksack und somit Verpflegung und Wasser…! Wir hingegen waren stolz auf unsere Ausrüstung und unsere Leistung! Denn nach einem langen und intensiven Aufstieg durfte diese Gruppe auf dem vorderen Gumm (ca. 2300 m) den wohlverdienten Lunch geniessen. Bei diesem Rundum-Panorama wurde uns einmal mehr die Herrlichkeit unserer Bergwelt vor Augen geführt.
Nunmehr beschwingt und leicht machten wir uns auf den Weg zum Jochpass. Dort trafen ohne irgendeine Absprache die Frauen der anderen Gruppe mit dem Sessellift ein. Was für ein Timing! Diese genehmigten sich zuerst ihren Lunch während andere zu Kaffee und Süssem übergingen.

 

Während die meisten die letzte Etappe mit dem Sessellift hinunter zum Trübsee fuhren, zog eine kleine Gruppe von vier Wanderinnen den Fussweg dem Fahren vor. Dieser Abstieg war ein weiteres Highlight der ganzen Reise.
Nach einem Bad im kühlen See (jedoch deutlich wärmer als der Melchsee) waren wir wieder erfrischt und bereit für ein Gruppenfoto. Danach machten wir uns leichter bekleidet (Sandalen, Flip-Flops und Turnschuhen) auf den Weg zur Gondelbahn. Die eingebaute Sitzheizung versprach bei guten 30 Grad Celsius keine Erfrischung! Nach einem kurzen Fussmarsch zum Bahnhof verblieb ein klein wenig Zeit, um zu shoppen, Glace zu essen, etwas zu trinken oder sich im Kurpark auszuruhen. Um 17.25 Uhr ging es mit der beheizten Zentralbahn Richtung Luzern. Auf der Fahrt durch den neuen Tunnel wurde uns allen ob dem halsbrecherischen Tempo übel. Auf jeden Fall freuten sich alle über kühlere Temperaturen im Dunkeln.
Müde aber total erfüllt von vielen Eindrücken,  unvergesslichen Erlebnissen und einem wunderbaren Wochenende kamen alle gesund in Berikon-Widen an.

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